Gottes Segen empfangen und weitergeben

Zu einem Ü65-Gottesdienst in Torgau waren am Sonntag, 20. September 2026, die Geschwister über 65 Jahren aus dem Bezirk Torgau eingeladen. 

Bezirksvorsteher Priester Mirko Kramer hielt den Gottesdienst und brachte zunächst seine Freude zum Ausdruck, dass so viele Geschwister der Einladung gefolgt waren. Auch der kräftige Gesang des Chors mit Sängerinnen und Sängern aus dem gesamten Bezirk Torgau, trug zur besonderen Atmosphäre bei.

Das Bibelwort für diesen Tag hätte daher kaum passender sein können. Es stand in 5. Mose 28,2: „Und es werden über dich kommen alle diese Segnungen, und sie werden dich treffen, weil du der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorsam gewesen bist.“ Während im Alten Testament Segen vor allem mit Gesundheit, Kinderreichtum und Wohlstand verbunden wurde, erweiterte Jesus diesen Blick. In den Seligpreisungen der Bergpredigt zeigt sich, dass Gottes Segen nicht an äußeres Wohlergehen gebunden ist. Diesen Segen dürfen wir bis heute erfahren, bei Taufe, Konfirmation, Trauung und immer wieder im Gottesdienst, aber auch im täglichen Leben, trotz aller Sorgen um Gesundheit, Familie oder die Zukunft der Gemeinden.

Anhand des Bibelwortes aus Sirach 39,22 sowie des Bildes vom Fluss Jordan, der den fischreichen See Genezareth durchfließt und schließlich im abflusslosen Toten Meer mündet, veranschaulichte Priester Kramer, dass Segen weiterfließen soll. Was man von Gott empfängt, darf man weitergeben, indem man vom eigenen Glauben erzählt, ebenso wie durch wohlwollendes Sprechen über andere. So ermutigte er die Gemeinde: „Wir sind Gesegnete des Herrn und dürfen zugleich für andere zum Segen werden.“

Priester Marcel Malle und Priester Ronald Klar würdigten in ihren Predigtbeiträgen besonders die ältere Generation, die über viele Jahrzehnte den Glauben weitergetragen und die Gemeinden durch Gebet, Erfahrung und Glaubensvorbild bereichert hat. Im Gottesdienst schenkt Gott trotz menschlicher Fehler durch seine Gnade, sein Wort und das Heilige Abendmahl Vergebung, Frieden und neue Kraft. Diese Vorbildrolle der älteren Generation soll auch künftig durch Zuspruch und gelebte Gemeinschaft an die nächste Generation weitergegeben werden.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls, dem Schlussgebet und dem Schlusssegen blieb noch viel Zeit für persönliche Gespräche und Begegnungen im Foyer der Kirche. Anschließend ging es zum gemeinsamen Mittagessen nach Welsau. In herzlicher Atmosphäre wurde die Gemeinschaft weiter gepflegt, Erinnerungen wurden ausgetauscht und es entwickelten sich viele anregende Gespräche. So fand der gemeinsame Tag einen schönen und verbindenden Ausklang.